Aus den Sitzungen des Coswiger Kuratoriums zur Verteilung der Hochwasser-Spenden

Verhältnis von Schadenssumme und Pro-Kopf-Einkommen wird Hauptkriterium

 

Im Augenblick beträgt die Summe der auf dem Coswiger Konto eingegangenen Spenden 258.970,75 EUR, und weitere 75.000 Euro liegen in unserer Partnerstadt Ravensburg bereit. Die ersten Weichen für die Verteilung der Spendenmittel sind gestellt:

 

Anhand des Schadenskatasters von Bauamt und Kämmerei der Stadtverwaltung war am 9.9. beschlossen worden, dass die am schwersten betroffenen Haushalte als erste Hilfe sofort je 1000 Euro vom Spendenkonto erhalten. Diese Auszahlung ist fast vollständig erfolgt; einzige Bedingung war der Eingang des ausgefüllten Erfassungsbogens im Rathaus. Im Falle offener Fragen oder Zweifel haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nochmals Kontakt zu den Familien aufgenommen.

 

Anhand der ermittelten Daten wurde nun für jeden Haushalt das Verhältnis von Gesamtschadenssumme (abzüglich Versicherungszahlungen, Soforthilfe und bereits erhaltener Spenden beispielsweise von Caritas oder Diakonie) und Pro-Kopf-Einkommen ermittelt.

 

Auf diese Kennzahl einigte sich das Kuratorium, um seinen Entscheidungen sowohl die absolute Höhe des Schadens zugrunde zu legen als auch soziale Faktoren (Jahreseinkommen, Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder) zu berücksichtigen. Auch wer versichert war oder ein relativ hohes Familieneinkommen hat und deshalb keine Soforthilfe erhält, wird abhängig von der Schadenshöhe in die Überlegungen einbezogen. Eine zusätzliche Priorität wird Familien eingeräumt, in denen Behinderte oder Pflegebedürftige leben. Um extreme Unterschiede zu vermeiden, erhalten beim gegenwärtigen Spendenstand diejenigen Haushalte keine weiteren Auszahlungen, die bereits höhere Einzelspenden beispielsweise von Lions’ oder Rotary Clubs erhalten haben.

 

An dieser Stelle ist nochmals zu erwähnen, dass alle persönlichen Daten selbstverständlich streng vertraulich behandelt werden.

 

Ziel des Kuratoriums ist es, bis Ende September über den Großteil aller Spendenmittel zu entscheiden. Die restlichen sowie später noch eingehende Gelder sind für besondere Problemfälle oder Spätschäden vorgesehen oder werden, wenn dies nicht auftritt, nach dem Gesamtschlüssel aufgeteilt.

 

Die nächste Zusammenkunft unter der Leitung des Vorsitzenden unseres Kuratoriums Dr. Göhler (Geschäftsführer HTS) ist für den 30.9. geplant.

 

Ulrike Tranberg
Pressesprecherin der Stadtverwaltung

 

 

Erratum: Im Coswiger Anzeiger vom 19.9.02 wurde gemeldet, dass das Kuratorium zur Verteilung der Spenden auch für die für Coswiger Firmen auszuzahlenden Spenden verantwortlich sei. Dies wurde nach Redaktionsschluss anders entschieden. Über die Auszahlung dieser Gelder wird ein anderes Gremium befinden. Eine entsprechende Veröffentlichung erfolgt zu gegebener Zeit.

U.T.