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Zur
Kreidezeit, vor ca. 85 Millionen Jahren, war der Coswiger Spitzberg eine
Felsklippe an der palmenbestandenen tropischen Küste des sächsisch –
böhmischen (Kreide-)Meeres. Davon zeugen hier gefundene Fossilien
(Versteinerungen), wie z.B. Korallen, Ammoniten, Meeresschnecken,
Muscheln, Schwämme und Haifischzähne, welche in den ehemaligen
Meeressedimenten (Plänermergel und Plänerkalkstein) im 19. Jhd. hier
gefunden wurden und in Fachkreisen damals Weltruhm erlangten.
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Das
Kalksteinlager unterm Spitzberg war die Grundlage für das seit 1788
urkundlich erwähnte „Königliche Kalkwerk Spitzgrund“. Die Mauern des einst
mit 4 Brennkammern (Kesseln) ausgestatteten, großen Kalkofens sind noch
heute zu sehen: als Unterbau vom „Schloß Coswig“ an der Spitzgrundstraße.
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Die
Mauern des historischen Coswiger Kalkofens im Unterbau des "Schlosses
Coswig", Zustand im Jahr 2003 (Foto: H. Sickmann) |
Lieferant für den
Rohkalk war der spätestens seit dem 16. Jhd. bekannte Kalkbruch am
Spitzberg. Da jedoch die Kalkvorräte um 1790 zur Neige gingen, trieb
man 1792/96 einen Versuchsschacht schräg in den Spitzberg. Dabei fiel
auf, dass der ca. 600 Millionen Jahre alte Augengneis schräg über dem
viel jüngeren Plänerkalk lag, ein Ergebnis der „Lausitzer
Überschiebung“, einer gewaltigen, bis tief in die Erdkruste reichenden
Schwäche– und Störungszone.

Geologischer Schnitt durch den Coswiger Spitzberg. Man
beachte die Überschleppung des präkambrischen Augengneises auf den
kreidezeitlichen Plänerkalk an der Lausitzer Überschiebung!
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Da
der Kalkstein aus den benachbarten großen (Königlichen) Kalkgruben zu
Weinböhla qualitativ hochwertiger war, wurde er von 1798 an bis zur
Betriebseinstellung des Kalkwerkes am Spitzberg 1875 als fast alleiniger
Rohstoff genutzt. Im Jahre 1868/69 hatte das Kalkwerk noch einen
Erkundungsstollen von der Lockwitz aus unter den Spitzberg treiben lassen,
ohne dabei allerdings abbauwürdige Kalksteinvorkommen zu entdecken.
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Belegschaftsfoto des Kgl. Kalkwerkes Spitzgrund um 1875
(Original im Museum Karrasburg, Coswig) |
Einzigartig
waren die auf Spalten im Kalkstein gelegentlich angetroffenen großen
Calcit- bzw. Kalkspat-Kristalle. Die hochglänzenden, fast durchsichtigen
Kristalle waren zonar gelb–grün bis orange-rot gefärbt, daneben fanden
sich Zinkblende, Kupferkies und Katzengold (Pyrit).
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Calcit
(Kalkwerk Weinböhla) |
Versteinerte Muschel
(Kalkwerk Weinböhla) |
Pyrit
- Katzengold
(Plänerkalkschichten) |
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