QUICKKLICK - Geologie
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Der historische Erzbergbau


Den meisten Coswigern ist heutzutage kaum noch bekannt, dass es auf Coswiger Flur einst mehrere kleine bescheidene Erzbergbauversuche gab. Grundlage jener historischen Bergbautätigkeit sind auf Coswiger Flur die Mineral- und Erzgänge, die sich, von Scharfenberg aus kommend, ostwärts Richtung Moritzburg unter unserem Stadtgebiet hinziehen.

Besonders dort, wo Granit und Syenit nur wenig Erdbedeckung aufwiesen, wie an der Bosel und im Spitzgrund, waren die Voraussetzungen für eine Schürftätigkeit günstig. Natürlich sind unsere Mineralgänge längst nicht so silberreich wie die in Scharfenberg. Aber nach den umfangreichen Silberfunden in Freiberg (1168) und Scharfenberg (um 1175) begann die Schurftätigkeit „wie im Silberrausch“ in allen Hoffnung gebenden Gebieten der damaligen Mark Meißen. Und so muß man annehmen, dass um 1190 auch an der Bosel und gegen 1195 bereits im Spitzgrund die hier anstehenden, Erz führenden Mineralgänge entdeckt waren.


Mineralgänge im Coswiger Spitzgrundbereich
(Foto: H. Sickmann)


Kaolingang als hydrothermal mineralisierte Störungszone
(östl. Ausläufer des Scharfenberger Silbererzrevieres)

Sieht man jedoch von einer vielleicht silberreichen, oberflächennahen, geringmächtigen Verwitterungskruste ab, war der Edel- und Buntmetallgehalt dieser Gänge viel zu gering, um hier je einen rentablen oder umfangreicheren Bergbau aufziehen zu können. So waren im 16. und 18. Jhd. die Grube „Christian Erbstolln“ im Spitzgrund und im 19. Jhd. in der Bosel die Gruben „Silberart“ und „Meißner Silberhoffnung“ zeitweilig in Betrieb. Interessanterweise hat die Grube „Silberhoffnung“ bis 1888 gefördert, zu einer Zeit also, als die meisten der großen sächsischen Silberbergbaureviere schon wirtschaftlich darniederlagen. Allerdings hat man auf den 3 angefahrenen Erzgängen in der Bosel nicht nur Blei- und Zinkerze, sondern auch das so begehrte, silberführende Kupfer – Antimonfahlerz (Tetraedrit) gefunden.

Ende des 19. Jhds. hatte die Grube „Silberhoffnung“ schon 10 m senkrechte Tiefe unter Elbspiegel erreicht. Von dem 20 m tiefen Schacht aus wurden 2 namenlose Erzgänge abgebaut. Hingegen kam man in den weiteren 6 Bergbauversuchen im Spitzgrund sicher kaum tiefer als 10 – 15 m. Wie uns alte Flurkarten mitteilen, waren die auf Schloß Scharfenberg sitzenden Freiherren von Miltitz, die im Bergbau eine ihrer Haupterwerbsquellen hatten, auch Grundeigentümer einiger Enklaven im oberen Spitzgrundbereich. Was darauf schließen läßt, dass die Miltitzer genau wussten, welche Erze hier noch in der Tiefe liegen konnten und ein Abbau in größerem Umfang damals möglicherweise schon geplant war.

Silberfahlerz
(Spitzgrundsteinbruch)

Pyrit - "Katzengold"
(Boselsteinbruch)

Quarzkristalle
(Friedewald)

Doppelender-Rauchquarz
("Hohen Morgengang“)

Prasemquarz
(Boselsteinbruch)


Text: Holger Sickmann


Update 06/05/05 AMo