Anschrift:
Karrasstraße 4
03523/66450
Öffnungszeiten:
Die, Do, Sa, So: 14 bis 18 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Eintrittspreise:
Erwachsene:
Ermäßigte:
Gruppen (ab 10 Personen/Erwachsene):
Gruppen (ab 10 Personen/Ermäßigte):
Familienkarte (max. 2 Erwachsene + 4 Kinder):
 
1,50 €
1,00 €
1,00 €
0,50 €
3,00 €
 

Zur Geschichte der Karrasburg

Der 1904 gegründete Verein für Volks- und Heimatkunde Coswig und Umgebung befaßte sich mit der Chronik der Region und begann mit der Sammlung volkskundlicher Gegenstände sowie ur- und frühgeschichtlicher Funde. Im Jahre 1937 übergab der Verein die Sammlung der Ortsbehörde, die sie zunächst im Sitzungssaal des damaligen Kötitzer Rathauses ausstellte. 1951 mußte der Saal beräumt werden und das Museumsgut wurde notdürftig im Coswiger Schulhaus untergebracht. 1957 erhielt das Museum von der Stadt ein eigenes Gebäude auf historischem Grund - das frühere Stallgebäude des Rittergeschlechtes der Karrasse. Wegen Baufälligkeit mußte dieses Haus 1983 gesperrt werden. Neun Jahre später erfolgte eine Umlagerung des Museumsbestandes in die Kellerräume der ehemaligen Poliklinik.

Nach der denkmalgerechten Sanierung der Karrasburg von 1993 bis 1996 öffnete das Museum im Oktober 1996 seine Türen.

15.Jh.

Das Rittergeschlecht der Karrasse bewohnt die Wasserburg.

1556

Hans und Georg Karras verkaufen das Grundstück an Kurfürst  August 1. für 15.169 Gulden, 11 Groschen und 10 Pfennige. Der Kurfürst wandelt es in ein  Forsthaus um.

1557

P. Körner wird als Nutznießer ins kurfürstliche Jagdhaus  eingesetzt. Er kauft es.

1577

mit Nebengebäude und Wassergraben für 1.000 Gulden. Bis 1679 stammen die kurfürstlichen Jäger aus dieser Familie. Danach zieht der Förster nach Kreyern.

1688

Martin Schwedler erwirbt das Gut.

1706

übernimmt Hanns Christoph Körner das Grundstück.

1726

Das Gut wird Opfer eines Feuers.

1796

Christian Schubert, Landrichter des Amtes Moritzburg, erwirbt den Besitz.

1828

Schubert verkauft das Grundstück und einen Teil der  Ländereien für 4.200 Thaler an Dr. med. Heidenreich aus Radeburg.

1836

Frau Friederike Luise Heidenreich erbt nach dem Tod ihres Mannes das Grundstück.

1844

Dr. Johann Michael Weise kauft den Besitz.

1845

Karl Gottfried August Thienemann erwirbt das Anwesen für  5.150 Thaler.

1873

Carl August Wilhelm Thienemann übernimmt nach dem Tod seines  Vaters den Besitz. Wegen beabsichtigter Vermietung wurde das Wohnhaus um- und ausgebaut.

1897

Das alte Haus muß abgerissen werden und die jetzige Villa wird erbaut. Die beiderseits liegenden Wirtschaftsgebäude werden zu Wohnzwecken umgebaut. Spärliche Reste der alten Wehrmauern sind noch vorhanden.

1910

Die Thienemannschen Besitzungen werden der Kirchstraße zugeordnet.

1919

Thienemann verkauft einen Teil seines Besitzes, ob dazu auch die Villa gehört, ist nicht genau ersichtlich.

1922

In diesem Jahr geht das Anwesen mit seinem Park in den Besitz der Kötitzer Ledertuch- und Wachstuchwerke über. Es erfolgte die Gewerbeanmeldung von  Carl Wittke, Kirchstraße 7 zum Ein- und Verkauf von Kunstleder, Ledertuch und  Textilwaren.

1947

Gewerbeanmeldung der Familie Wittke zur Taschenproduktion. Im  Dachgeschoß wohnt die Familie Bitterlich.

1952

Der Rat der Stadt übernimmt die Villa und richtet darin ein Jugendheim ein. Ende der 50er Jahre wird das Gebäude dem VEG Nieschütz zur Nutzung  überlassen.

1961

Die Villa wird Wohnheim für die Gärtnerlehrlinge und erhält einen Anbau.

1993

Der Gemeinderat beschließt die denkmalgerechte Sanierung der Karrasburg und deren Nutzung durch das Schulamt und das Museum. Die Baumaßnahme wurde durch das Bund-Länder-Programm "Städtebauliche Erneuerung" gefördert.

1996

Die Karrasburg wird dem Museum Coswig zur Nutzung übergeben.

Die Ritter

Alte KircheDie Ritter von Karras wurden um 1420 die Lehnsherren von Coswig. Das Adelsgeschlecht gehörte zu den reichsten im Kurfürstentum Sachsen. Die Karrasse bewohnten in Coswig eine Burg, die von einer Wallmauer und einem Wassergraben umgeben war. Im Jahre 1496 stiftete Nickel von Karras 750 rheinische Gulden zum Bau der Alten Kirche - dem historisch wertvollsten Baudenkmal Coswigs. Über dem Eingangsportal sind die Wappen der Adelsgeschlechter von Karras und von Pöllnitz zu erkennen.

 

 

KarrasburgDie Sage erzählt, dass Ritter Georg von Karras in der Schlacht bei Sievershausen 1553 den sächsischen Kurfürsten Moritz aus dem Hinterhalt mittels einer silbernen Kugel erschossen haben soll. Dafür wurde ihm noch nach seinem Tod das Haupt abgeschlagen und im Keller der Wasserburg eingemauert! Die Burg Coswig und die ebenfalls den Karrassen gehörende Wasserburg Nassau bei Meißen zerstörte man bis auf den Grund und alle Familienmitglieder und Anverwandten wurden auf ewig des Landes verwiesen...

 


Update 29/06/07 AMo