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Coswiger Anzeiger vom 22. Juli 2004
Von der Kaufhalle zum Supermarkt - alles Netto
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Ihr Ziel:
Zufriedene Kunden
Größte HO-Kaufhalle des Kreises öffnete an der
Otto-Buchwitz-Straße in Coswig ihre Pforten
Seit Dienstag ist die größte Verkaufseinrichtung im
Kreis Meißen die neuerbaute HO-Kaufhalle im Neubaugebiet Coswig,
Dresdner Straße. Mit ihrer über 1000 m² Verkaufsraumfläche ist sie
fast dreimal so groß wie die HO-Kaufhalle im Spitzgrund. Sie
erleichtert vor allem den Einwohnern im Neubaugebiet den täglichen
Einkauf; denn hier ist alles unter einem Dach vorhanden. Neben
sämtlichen Nahrungs- und Genußmitteln reicht die Palette der Haushalt-
und Chemieerzeugnisse von Töpfen bis zur Autokosmetik, von Papierwaren
bis zu Textil- und Kurzwaren. Täglich frisch werden Obst und Gemüse,
Fleisch und Wurst, Back- und Konditoreiwaren, Frischfisch,
Räucherware, Salate, Milch- und Molkereiprodukte angeboten.
Kooperationsverträge mit mehreren Zulieferern sichern ständig stabile
Sortimente. 16 Kühlregale und 20 Tiefkühltruhen halten leicht
Verderbliches frisch. |

Der Original-Artikel in der
Sächsische Zeitung vom 6./7. Oktober 1977
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Am Montag überzeugten sich Mitglieder des Sekretariats der
SED-Kreisleitung mit Genossen Heinz Richter, I. Sekretär, und
Mitglieder des Rates des Kreises mit Genossen Walter Fuchs bei einem
Rundgang durch die neue Kaufhalle von der Zweckmäßigkeit und dem
breiten Sortiment in dieser modernsten Versorgungseinrichtung des
Kreises. Das Kollektiv der Kaufhalle überreichte Genossen Richter eine
Mappe mit Verpflichtungen, in der sich vor allem die Genossinnen und
Genossen der Parteigruppe zu hohen Leistungen bereit erklären.

Die Mitarbeiter der Kaufhalle formierten sich zu drei Kollektiven, die
den Namen "60. Jahrestag der Großen Sozialistischen
Oktoberrevolution", "Vorwärts" und „8. März" tragen
und die bereits den Kampf um den Staatstitel und um den Ehrennamen
"Brigade der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft" aufgenommen haben.
Alle Genossen und Mitarbeiter wollen sich weitere Kenntnisse des
Marxismus-Leninismus an eignen, um die Beschlüsse von Partei und
Regierung noch besser erfüllen zu können.
Alle drei Brigaden wenden die
Christine-Holste-Methode an, damit jeder Kunde zufrieden die
Versorgungseinrichtung verläßt. Am Eingang der Kaufhalle werden die
Besten gewürdigt und persönliche Verpflichtungen der Mitarbeiter
bekannt gemacht. Der Erfahrungsaustausch steht ebenso im Mittelpunkt
wie die Verbindung der Kollektive zu Einrichtungen der Volksbildung im
Neubaugebiet. Drei FDJlerinnen baten um Aufnahme in die Partei der
Arbeiterklasse. Das ist der Beitrag des Kollektivs zu Ehren des 60.
Jahrestages des Roten Oktober und des 28. Jahrestages der Gründung der
DDR.
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Ihr Ziel: Zufriedene Kunden, konnte
sie ebenso nicht erreichen, wie ihren 25. Geburtstag, die einst größte
HO-Kaufhalle des Kreises Meißen im Neubaugebiet Dresdner Straße.
Anlässlich des Tages der Republik wurde sie am 2. Oktober 1977 ihrer
Bestimmung übergeben, sehnlich erwartet von allen Coswigern.
Die Hoffnung, dass sich die
Versorgungslage damit entspannen würde, erfüllte sich nur zum Teil. Der
flotte Spruch: „Es gibt alles nur nicht immer, nicht überall und schon
gar nicht, wenn es gebraucht wird“, behielt seine Gültigkeit. Wer
erinnert sich nicht mit Grauen an die Vorbereitung größerer Familienfeiern
wie Schulanfang und Jugendweihen, die dann in Coswig hundertfach gefeiert
wurden oder, sobald die wärmere Jahreszeit anbrach, an die legendären
Schilder auf Bier- und Selterskästen „Bitte nur 5 Flaschen entnehmen“,
falls es überhaupt etwas davon gab. Da half den Verkäuferinnen auch die
Anwendung der Christine-Holste-Methode (was immer sie beinhaltete) nicht
mehr weiter. Der Trost, dass es den anderen Handelseinrichtungen auch
nicht besser ging, blieb ihnen. Die Ursachen der Versorgungsengpässe lagen
tiefer.
Als dann aus der Kaufhalle
ein Supermarkt wurde, konnte man wieder vielfaches Stöhnen beim Einkauf
hören. Aber nun deshalb, da man sich zwischen all den Bier- und
Mineralwassersorten entscheiden musste, und die Preise auch nicht mehr
sozialistisch geregelt waren. Geregelt wurde das weitere Schicksal dieser
marktwirtschaftlich gewandelten sozialistischen Einkaufsstätte dann im
August 2002 durch die Flut. Jetzt wächst an gleicher Stelle, mit
bescheidenerem Grundriss, ein neuer Einkaufsmarkt empor. Sentimentale
Blicke zurück dürften sich in Grenzen halten - bis bald also dann im
„NETTO“!
Petra Hamann, Stadtarchiv
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"Veröffentlichungen des Stadtarchivs"
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