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06. Februar 2006 Der „ganze“ Nacke – nicht nur ein Jahresrückblick 2005 war das Jahr der unumstößlichen Erkenntnis, dass die ersten Autos Sachsens bereits vor 105 Jahren in Coswig gebaut wurden! Dass sie auch noch „Coswiga“ hießen, kann uns Coswiger schon mächtig stolz machen! Es war höchste Zeit, dass an den fast vergessenen Automobilpionier Emil Hermann Nacke erinnert wurde. Mit der Gemeinschaftsausstellung des Verkehrsmuseums Dresden und dem Stadtarchiv Coswig, die 2005 ein halbes Jahr in Dresden und Coswig zu sehen war, wurden die Verdienste des ersten sächsischen Autobauers erstmals umfassend gewürdigt.Wie überfällig diese späte Würdigung war, erfuhren die Initiatoren der Ausstellung durch großes Presseecho und überwältigendes Publikumsinteresse. Trotz allem wurde damit nur eine Seite der
Verdienste Nackes beleuchtet. Bevor Nacke 1900, immerhin schon im Alter
von 57 Jahren, begann, Autos zu bauen, hatte er bereits bewiesen, dass er
ein begnadeter Maschinenbauingenieur war. Bei den Vorbereitungen zur
Ausstellung stießen wir auf einen umfangreichen Beitrag zur Geschichte der
Papierfabrikation in der Zeitschrift „Der Papierfabrikant“ von 1924. Darin
werden sehr ausführlich Nackes Verdienste gewürdigt – aber die für die
Papierindustrie! So ist zu lesen:
Dazu muss man wissen, dass Nacke 1869 noch als Student des Polytechnikums
Dresden den Auftrag bekam, eine Strohstoffgewinnungsanlage für die
Thodesche Papierfabrik in Hainsberg zu entwerfen. „Dieser Entwurf fand
die Billigung der Auftraggeber, die nun dem jungen Ingenieur auch gleich
die Ausführung dieses Fabrikbaus und die Bauleitung übertrugen. So
entstand die erste Fabrik in Deutschland, die Strohstoff herstellte.“
Über 80 Jahre, nachdem der Verfasser des Artikels diesen Wunsch äußerte, sind seitdem vergangen. Mehr als 70 Jahre sind es nach dem Tod des Mannes (Emil Hermann Nacke starb am 30. Mai 1933), der den Automobilbau in Sachsen begann, die Papierherstellung in Deutschland revolutionierte und sich dabei immer ein menschliches Antlitz bewahrte. Und wenn es bisher noch niemand tat, soll das ein kleiner Beitrag dafür sein, dass diesem außergewöhnlichen Menschen, dem „ganzen“ Nacke eben, heute noch Achtung und Bewunderung für sein Lebenswerk entgegengebracht wird. Petra Hamann, Stadtarchiv
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