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8. Juli 2010 Mach’s gut, Clara - Die Währungsumstellung vor 20 Jahren Die Rufe, die im Frühjahr 1990
immer lauter wurden: „Kommt die D-Mark nicht zu uns, kommen wir zur
D-Mark“, veranlassten die neu gewählte Volkskammer der DDR zum schnellen
Handeln. Zu viele DDR-Bürger hatten ihrem Land bereits den Rücken gekehrt.
Am 18. Mai 1990, nur acht Wochen nach der Volkskammerwahl am 18. März,
konnte der Staatsvertrag über die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts-
und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen
Demokratischen Republik unterzeichnet werden – heute ein historisch zu
nennendes Ereignis. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl formulierte in
seiner Erklärung anlässlich der Unterzeichnung auch entsprechend
emotional: Dies ist eine historische Stunde im Leben der deutschen
Nation. Wir sind zusammengekommen, um nach 45 Jahren der schmerzlichen
Trennung ein Vertragswerk zu unterzeichnen, mit dem wir den ersten
bedeutsamen Schritt zur Wiederherstellung der staatlichen Einheit
Deutschlands vollenden. Es ist eine glückliche Stunde, in der sich
Hoffnung und Sehnsucht der Menschen in Deutschland erfüllen. Nach
Jahrzehnten beginnt ein Traum Wirklichkeit zu werden: der Traum von der
Einheit Deutschlands und Europas. …
Vielerorts, auch in Coswig, wurde dieser historische Sonntag mit Freudenfeuerwerk begrüßt. In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1990 fand gewissermaßen ein wirtschaftspolitisches Groß-experiment statt. Es wurde begleitet von großen Erwartungen und ebenso großer Skepsis der Bürger. Nie zuvor in der Geschichte gab es einen kompletten Austausch der schwachen Währung eines wirtschaftlich fast handlungsunfähigen Landes mit der harten Währung eines vermögenden Landes. Gleichzeitig wurde damit die Planwirtschaft der DDR durch das marktwirtschaftliche System der BRD abgelöst, mit allen damals noch nicht bis in die letzte Konsequenz absehbaren Folgen. Diese Währungsunion war jedoch ein entscheidender und notwendiger Schritt auf dem Weg zur Einheit Deutschlands. Petra Hamann, Stadtarchiv Der Text wurde der aktuellen Ausstellung des Stadtarchivs “Freiheit, Recht und Einigkeit“ zur Friedlichen Revolution in Coswig entnommen. Sie spannt den Bogen von den gefälschten Kommunalwahlen 1989 bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990. Originaldokumente, Zeitungen und Fotos aus jener bewegten Zeit begleiten die Texte. Zahlreiche Fotografien zeigen außerdem die städtebauliche Entwicklung Coswigs in den vergangenen 20 Jahren.Die Ausstellung war im Rathaus vom 7. Mai bis zum 16. Oktober 2010 zu sehen.
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"Veröffentlichungen des Stadtarchivs" |
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