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Zur Lage & Geschichte der Villa Teresa


Unweit der Elbe, auf halbem Wege zwischen dem modernen Stadtkern von Coswig und dem ein­gemeindeten Fischer­dorf Kötitz befindet sich auf einer Anhöhe die Villa Teresa inmitten ihrer großen, natur­belassenen Park­anlage. Nur wenige Schritte entfernt führt der neu­angelegte Elb­radweg von Dresden nach Meißen durch den idyllischen Dorf­kern von Kötitz und an der großen Elb­insel vorüber.

Das Grundstück selbst, im Volksmund "Heibsch" genannt, ist mit mancherlei Volks­sagen und Legenden verbunden. Vom "Reiter ohne Kopf" und "Spukschloß" sprechen manche alte Kötitzer noch heut­zutage, wenn sie nach der Villa gefragt werden.

 

Villa Teresa Coswig, Kötitzer Straße 30

Foto: Friedemann Gehrt

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts ist die Umgebung von Kötitz vom Wein­bau geprägt. Erst 1842 wird die Kötitzer Flur weitgehend parzelliert und mit Villen und Land­häusern bebaut. 1873 läßt Gustav Theodor Keßler, Pastor aus Torgau, das wohl­proportionierte Villen­gebäude im Stil der Dresdner Semper-Nicolai-Schule errichten. Nach Keßlers Tod wechseln bis 1891 in rascher Folge adelige und bürgerliche Besitzer. Für kurze Zeit ist der preußische Genera­lmajor Herwarth von Bittenfeld "Herr des Heibsch". Im preußisch-dänischen Krieg 1864 hat er unter General Wrangel gedient und war von den Ein­drücken seines Soldaten­lebens gemüts­krank geworden. Auf seine nächtlichen Ausritte in die Kötitzer Flur bezieht sich der Aber­glaube vom "Reiter ohne Kopf".

Japanisches Teehaus im Park der Villa Teresa1896-1961 sind Elisabeth und Paul Julius Matter Eigentümer des Grundstücks. 1905 lassen sie das pittoreske Japanische Tee­haus im Park aufstellen und 1910 einen imposanten Turm­bau an der Villa errichten, der schnell zum Wahr­zeichen des kirch­turm­losen Ortes wird. In Kötitz spricht man fortan vom "Schloß", wenn man die Villa Teresa meint. Im Interesse einer historisch getreuen Wieder­herstellung des Bau­zustandes von 1871 wurde der Turm 2001 einige Meter zurückgebaut und damit das Erscheinungs­bild der Villa harmonisiert.

1961 bestimmt Elisabeth Matter die Stadt Coswig zu ihrer Erbin und verfügte die öffentliche Nutzung des Hauses. Über vierzig Jahre nach dem Tode Elisabeth Matters konnte dieser Bitte ent­sprochen werden.
 

(Foto: F. Gehrt)

Zunächst aber verliert die Villa beim Umbau von 1968 ihre historische Ausstattung und Fassade. Alle Stuck- und Sandstein­profile, die Park­terrasse, die Platt­form des Turmes und das gesamte Interieur werden entfernt. Übrig bleibt der glatt­geputzte Außen­bau, der statt der Salons und geräumigen Zimmer nunmehr 6 praktische Klein­wohnungen enthält. Im Park verwachsen mit der Zeit die alten Sicht­achsen, die Erinnerungen an bessere Tage verblassen allmählich im real­sozialistischen Alltag. Nach vielen Jahr­zehnten Dornröschen­schlaf ist die Villa Teresa seit dem Frühjahr 2002 in das kulturelle Leben Coswigs und des Elblandes zurück­gekehrt. Musik- und Kunst­freunde besuchen die Konzerte und verweilen in der Park­anlage.

Weitere Infos zur Villa Teresa:
Die klassische Zeit 1891 - 95
Die Villa Teresa heute