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Vor über 100 Jahren wurde
in der Villa Teresa Musikgeschichte geschrieben!
Für
4 Jahre lebt Eugen d'Albert (1864-1932), weltberühmt als Pianist und
weithin bekannt als Komponist der Oper "Tiefland", mit seiner 2. Frau,
der venezolanischen Pianistin Teresa Carreño (1853-1917), in diesem
Hause. Als Meisterschüler Franz Liszts und großherzoglich-weimarischer
Hofpianist ist Eugen d'Albert mit den künstlerischen und geistigen
Eliten seiner Zeit eng verbunden. Richard Strauss, Engelbert
Humperdinck, Edvard Grieg, der alte Johannes
Brahms
und der Pianofortefabrikant Carl Bechstein zählen zu den Sommergästen
dieser Jahre in der Villa Teresa. Aus dem nahen Kötzschenbroda kommt
Ernst von Schuch, der Generalmusikdirektor der Dresdner Hofoper, in das
Refugium d'Alberts herüber. 1893 entstehen in Coswig neben
Kammermusikwerken und dem 2. Klavierkonzert insbesondere die Opern "Der
Rubin" und "Ghismonda". Teresa Carreño musiziert in dieser Zeit häufig
mit dem Dresdner Gewerbehausorchester. Ihr Briefwechsel mit dem
Gewerbehaus-Intendanten Jean-Louis Nicodé ist in der Sächsischen
Landesbibliothek verwahrt. Er gibt einen interessanten Einblick in das
Leben des Künstlerpaares in Coswig. In der Musikbibliothek der Villa
Teresa wird der Erstdruck des Klavierkonzertes a-moll von Edvard Grieg
aus dem Besitz Teresa Carreños aufbewahrt, von Grieg persönlich der von
ihm verehrten Künstlerin zugeeignet.
1892 und 1894 werden dem
Ehepaar in Coswig die Töchter Eugenia (gestorben 1950) und Herta
(gestorben 1974) geboren und in der Villa Teresa getauft. Eugenia, die
wie ihre Eltern Pianistin wurde, erhielt von ihrem Taufpaten Carl
Bechstein 1929 einen Flügel zum Geschenk, der sich heute in der Villa
Teresa befindet.
1895 trennen sich die
Wege des Pianistenehepaares. Zu verschieden sind die Temperamente der
Ehegatten, zu umfangreich die künstlerischen Verpflichtungen, die einer
bürgerlichen Ehe entgegenstehen. Frau Teresa verzieht mit ihren 4
Kindern nach Berlin und setzt ihre internationale Karriere fort. Sie
verstirbt 1917 in New-York. Auch Eugen d'Albert führt in den folgenden
Jahrzehnten ein unstetes Virtuosenleben, verbunden mit zahlreichen
Affären und Ehescheidungen. Ab 1903 erlebt er den Welterfolg seiner Oper
"Tiefland", die als Hauptwerk des deutschen Verismus gilt und bis heute
im Repertoire führender Opernbühnen vertreten ist. Er stirbt 1932 in
Riga während einer Konzertreise und wird in Morcote am Luganer See
beigesetzt. Der künstlerische Ruhm, der ihn zu Lebzeiten umgab, ist
heute weitgehend verblasst. Viele seiner Werke scheinen veraltet,
überholt und uninteressant. Als Mensch und Künstler hat d'Albert eine
wichtige Epoche deutscher Kunst geprägt.
Weitere Infos zur Villa Teresa:
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Zur Lage und Geschichte des
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Die Villa
Teresa heute
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