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Villa Teresa - Die klassische Zeit 1891 - 95


Vor über 100 Jahren wurde in der Villa Teresa Musikgeschichte geschrieben! Für 4 Jahre lebt Eugen d'Albert (1864-1932), weltberühmt als Pianist und weithin bekannt als Komponist der Oper "Tiefland", mit seiner 2. Frau, der venezolanischen Pianistin Teresa Carreño (1853-1917), in diesem Hause. Als Meister­schüler Franz Liszts und groß­herzoglich-weimarischer Hof­pianist ist Eugen d'Albert mit den künstlerischen und geistigen Eliten seiner Zeit eng verbunden. Richard Strauss, Engelbert Humperdinck, Edvard Grieg, der alte Johannes Brahms und der Piano­forte­fabrikant Carl Bechstein zählen zu den Sommer­gästen dieser Jahre in der Villa Teresa. Aus dem nahen Kötzschenbroda kommt Ernst von Schuch, der General­musik­direktor der Dresdner Hofoper, in das Refugium d'Alberts herüber. 1893 entstehen in Coswig neben Kammer­musik­werken und dem 2. Klavier­konzert insbesondere die Opern "Der Rubin" und "Ghismonda". Teresa Carreño musiziert in dieser Zeit häufig mit dem Dresdner Gewerbe­haus­orchester. Ihr Brief­wechsel mit dem Gewerbe­haus-Intendanten Jean-Louis Nicodé ist in der Sächsischen Landes­bibliothek verwahrt. Er gibt einen interessanten Ein­blick in das Leben des Künstler­paares in Coswig. In der Musik­bibliothek der Villa Teresa wird der Erstdruck des Klavier­konzertes a-moll von Edvard Grieg aus dem Besitz Teresa Carreños aufbewahrt, von Grieg persönlich der von ihm verehrten Künstlerin zugeeignet.

1892 und 1894 werden dem Ehepaar in Coswig die Töchter Eugenia (gestorben 1950) und Herta (gestorben 1974) geboren und in der Villa Teresa getauft. Eugenia, die wie ihre Eltern Pianistin wurde, erhielt von ihrem Tauf­paten Carl Bechstein 1929 einen Flügel zum Geschenk, der sich heute in der Villa Teresa befindet.

1895 trennen sich die Wege des Pianisten­ehepaares. Zu verschieden sind die Temperamente der Ehe­gatten, zu umfangreich die künstlerischen Ver­pflichtungen, die einer bürgerlichen Ehe entgegenstehen. Frau Teresa verzieht mit ihren 4 Kindern nach Berlin und setzt ihre internationale Karriere fort. Sie verstirbt 1917 in New-York. Auch Eugen d'Albert führt in den folgenden Jahrzehnten ein unstetes Virtuosen­leben, verbunden mit zahlreichen Affären und Ehe­scheidungen. Ab 1903 erlebt er den Welt­erfolg seiner Oper "Tiefland", die als Haupt­werk des deutschen Verismus gilt und bis heute im Repertoire führender Opern­bühnen vertreten ist. Er stirbt 1932 in Riga während einer Konzert­reise und wird in Morcote am Luganer See beigesetzt. Der künstlerische Ruhm, der ihn zu Leb­zeiten umgab, ist heute weitgehend verblasst. Viele seiner Werke scheinen veraltet, überholt und uninteressant. Als Mensch und Künstler hat d'Albert eine wichtige Epoche deutscher Kunst geprägt.

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