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Am 6. April 1611 erhielt der in der Karrasburg ansässige Förster
Christoff Körner vom Sächsischen Kurfürst Christian I. den Auftrag,
einen Raum, „des Ohmas Hüffel gnandt, zur Aufrichtung eines Weinberges“
zu untersuchen. Dies muss auch geschehen sein, denn Körners Sohn Paul
klagte 1648, dass der Weinberg, von seinem 1629 verstorbenen Vater an
den Kurfürsten verkauft, bisher noch nicht bezahlt wurde.
1658 fand eine
Weinbergsinspektion auf dem „in Koswiger Revier gelegenen Amtsweinberg,
der Ameißhübel genannt“, statt.
Die Weine vom Ameisenhübel
wurden in den Kellern des Schlosses Moritzburg gelagert. Aus den
Jahrgängen 1718–1728 betrug die Menge „334 Eymer und 38 Maaß“, das waren
rund 22.500 Liter. Da in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts die
Ernteergebnisse die Kosten nicht deckten, wurde der Weinberg zum Verkauf
ausgeschrieben. Überlegungen, zwei Winzer fest anzustellen und ein
Winzerhaus mit Weinpresse zu errichten, wurden nicht ausgeführt. Ab 1783
überließ man den Weinberg zu jährlich 20 Talern und Zahlung der Steuern
dem Advokaten August Gottlob Stöckhard. Danach besaß der Zweihüfner
Christian Schubert den Ameisenhübel.
Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts wurden zwei Personen als Besitzer genannt, erst Johann
Gottlieb Odrich, Straßenbaumeister des Stadtrates zu Lübben, danach
Christian Friedrich Wollmann aus Moritzburg.

Postkarte von 1910
1839 war ein großer Teil in
den Besitz eines Christian Hausmann übergegangen. Wie lange der Weinbau
betrieben wurde, ist bisher nicht bekannt.
Später wurde das Anwesen als
Heilstätte von Dr. Nöhring genutzt und 1928 von der
Landesversicherungsanstalt Sachsen zur Erweiterung der
Tuberkuloseheilstätte Lindenhof erworben.
Zu DDR-Zeiten als
„Bruno-Siegel-Heim“ bekannt, wird der sanierte Gebäudekomplex heute für
Wohnzwecke genutzt. |