Der Lindenhof


Das lehnsässige Vorwerk des Ritter­gutes Naunhof bei Radeburg wurde 1747 erbaut. Als Weingut wurde der Lindenhof erstmals 1783 erwähnt. Es bestand damals aus einem steinernen Herren­haus, einer Gärtner­wohnung mit Gewächs­haus, Stall­gebäude, Wein­presse, Scheune und zwei Lust­häusern. Besitzer waren die Erben des Dresdner Ober­konsistorialrates Schröder. Zum Lindenhof, benannt nach den alten großen Linden­bäumen, gehörten zu dieser Zeit 38 Pfahlhaufen Weinberg (ca. 1,2 Hektar).


Ansicht des Lindenhofes vor 1928

1796 war Hauptmann Friedrich von Hartizsch Besitzer des Weingutes, 1839 wurde im Flur­buch Christian Schwedler angegeben. 1845 kaufte Dr. med. G. Bräunlich den Lindenhof und baute ihn als Heil­anstalt für Geistes­kranke aus. 1891 erwarb Dr. Pierson das Anwesen und gestaltete es vollkommen um. Nach seinem Tode führten seine Erben die Heil­anstalt weiter, bis sie 1920 von der Sächsischen Landes­versicherungs­anstalt gekauft wurde.


Blick auf das Nöhringsche Sanatorium 1930, rechts im Bild das zum früheren Weinberg gehörende Winzerhaus

Es entstand eine Tuberkuloseheilstätte, die durch den Zukauf des Nöhringschen Sa-natoriums 1928 und den Bau einer neuen Klinik 1928 bis 1931 ständig erweitert wurde.

Noch heute wird das gesamte Gelände des Lindenhofes für die medizinische Betreuung genutzt. Als „Fachkrankenhaus Coswig – Zentrum für Pneumologie und Thorax­chirurgie“ ist der Lindenhof ein anerkanntes Klinikum.

© Text & Layout: Museum Karrasburg Coswig
(Ausstellung: "Wie die Rebe, so der Wein - Weinanbau im Coswiger Raum" 2002)