Der Talkenberger Hof


Als im Jahre 1557 das Dorf Kreyern im Friede­wald aufgelöst wurde, siedelte sich wahrscheinlich ein Teil der Bewohner in der späteren Weinbergs­gemeinde an. Zu dieser Zeit entstand sicher auch das Winzer­haus, dessen Wein­keller sich noch unter dem Grund­stück Talken­berger Hof 11 befindet. Unter den neuen Bewohnern war auch ein „Jorg Dalchenbergk“, der 1595 im Coswiger Kirchen­buch erwähnt wurde und im Jahre 1607 den Talcken­berger Hof errichtete. Das Weingut war damals 130 Pfahl­haufen groß. Ein Pfahl­haufen entsprach einer Größe von ca. 300 qm. 1647 war der Talkenberger Hof im Besitz des Amts­schössers von Moritzburg, Simon Heymann, danach erwarb ihn 1655 die Gattin des geheimen Chur­fürstlichen Rates Christian Weichbrod von Schenkendorf.

Ende des 18. Jahrhunderts erwarb Johann Christian Talkenberg Teile des Besitzes wieder. Das Weingut umfasste damals 70 Pfahl­haufen. Im Jahre 1821 kaufte Friedrich August Stephan vom Bergwerk Scharfenberg das Weingut für 850 Taler von Johann Georg Talkenberg d.J.


Der Talkenberger Hof in einer Fotografie von Otto Ehrhardt 1910

In den Tagebüchern des Gottlieb Boden steht für das Jahr 1854: „Der Hof, welcher früher ein Ganzes gewesen ist, ist jetzt zer­gliedert. Es gehören fünf Eigentümer dazu. Es sind Golde, Voigt, Lesch, Stephan und Hinderlich. Der Hof und der Weinberg sind mit einer Mauer umgeben.“ Zu dieser Zeit wurde das alte Winzer­haus abgerissen und über dessen Keller ein neues Gebäude errichtet.


Heutiger Blick auf den Talkenberger Hof (Foto: Gerd Fehre)

Das Hauptgebäude Talkenberger Hof wurde im 20. Jahrhundert mehrmals renoviert und ausgebaut. Sein heutiges, unter denkmal­pflegerischen Gesichts­punkten gestaltetes Aussehen erhielt es ab 1994.
 

 

© Text & Layout: Museum Karrasburg Coswig
(Ausstellung: "Wie die Rebe, so der Wein - Weinanbau im Coswiger Raum" 2002)