Coswiger Hungerstein nun in der Elbe
von Alexandra Prüfer
Coswiger Hungerstein erinnert an Niedrigwasser und alte Elbtradition
Ein besonderer Stein liegt seit kurzem in der Elbe in Coswig-Kötitz verborgen: ein Coswiger Hungerstein mit der Jahreszahl 2026. Er wurde in der Nähe des Fähranlegers zu Wasser gelassen und wird nur dann sichtbar, wenn der Wasserstand der Elbe deutlich sinkt.
In der Elbe gibt es bereits zahlreiche bekannte Hungersteine, unter anderem in Dresden, Radebeul und Meißen. In Coswig fehlte ein solches historisches Zeichen bislang. Diese Idee griff Olaf Lier, Fachbereichsleiter Ordnungswesen der Großen Kreisstadt Coswig, auf und setzte sie gemeinsam um. Tatkräftige Hilfe erhielt er von Steffen Spindler, ehemaligem Lehrer am Gymnasium Coswig und ehrenamtlichem Betreiber der Camera Obscura im Fährhaus Kötitz. Er unterstützte das Projekt und schlug die Jahreszahl 2026 in den von ihm gestifteten Stein ein.
Hungersteine sind große Steine im Flussbett, die bei Niedrigwasser sichtbar werden. Viele von ihnen tragen Jahreszahlen oder Inschriften und erinnern an vergangene Trockenperioden und Zeiten großer Not. Früher galten sie als Warnzeichen: Wenn diese Steine sichtbar wurden, bedeutete das oft niedrige Ernten, schwierige Lebensbedingungen und drohende Hungersnöte. Die Geschichte der Hungersteine reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Mit dem neuen Coswiger Hungerstein wird diese alte Tradition nun auch an der Elbe in Coswig fortgeführt.
Wann der Stein das nächste Mal aus den Fluten der Elbe auftauchen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch: Coswig hat damit ein neues Stück Elbgeschichte geschrieben.