Haushaltsentwurf 2026/2027
von Alexandra Prüfer
Bürgermeisterin und Kämmerin Friederike Trommer hat am Mittwochabend den Entwurf des Doppelhaushalts 2026/2027 in den Stadtrat der Großen Kreisstadt Coswig eingebracht. Der Haushaltsplan steht unter besonders herausfordernden finanziellen Rahmenbedingungen, setzt jedoch gezielt Impulse für die Weiterentwicklung der Stadt.
„Mit dem Haushaltsplan gestalten wir wesentliche Bereiche des täglichen Lebens in Coswig – von Straßen und Schulen über Kitas bis hin zu Sport, Kultur und Freizeit“, so Bürgermeisterin Trommer. Auch weniger sichtbare Aufgaben wie Ver- und Entsorgung sowie interne Verwaltungsleistungen seien unverzichtbar für eine moderne und leistungsfähige Kommune.
Die Haushaltsplanung ist geprägt von anhaltend steigenden Ausgaben infolge hoher Inflation und anhaltender wirtschaftlicher Krisen verschiedenster Ursachen sowie überdurchschnittlicher Lohnsteigerungen – auch bei externen Dienstleistern. Gleichzeitig trübt sich die Einnahmeseite ein: Das Wachstum der Steuereinnahmen verlangsamt sich spürbar, Schlüsselzuweisungen gehen zurück und investive Schlüsselzuweisungen stehen vorübergehend kaum zur Verfügung.
Trotz mehrfacher Überarbeitungen und Einsparungen gilt der Haushalt nach gesetzlichen Vorgaben nicht als ausgeglichen. Dennoch zeigt sich die Stadt Coswig zuversichtlich. „Wir halten Coswig mit diesem Haushaltsplan weiter auf Kurs“, betont Trommer. Der Fokus liegt klar auf dem wirtschaftlichen Umgang mit den verfügbaren Mitteln. Der Erhalt bestehender Standards hat Vorrang vor neuen oder erweiterten Leistungen.
Ein besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf der Stadtentwicklung. Geplante Investitionen in Höhe von rund 13,3 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027 sollen vor allem der Sanierung der Infrastruktur, der Erhöhung der Sicherheit sowie der Entwicklung von Wohn- und Gewerbeflächen dienen. Möglich wird dies vor allem durch Rücklagen aus wirtschaftlich starken Vorjahren sowie geplante Grundstücksveräußerungen.
Schwerpunkte bilden dabei mehrere Straßenbauprojekte sowie die Umsetzung des Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebenswerte Quartiere gestalten“ (WEP) im Spitzgrund. Darüber hinaus ist der Bau eines Kunstrasenplatzes am Kahlhügelweg vorgesehen. Weitere Investitionen betreffen die Mitfinanzierung der Straßenentwässerung im Zusammenhang mit Maßnahmen der WAB Coswig GmbH und des Eigenbetriebes Kommunale Dienste (EKDC) sowie die Erweiterung und Schaffung neuer Wohn- und Gewerbeflächen zur Stärkung der Stadtentwicklung. Auch im Bildungs- und Sicherheitsbereich sind Investitionen geplant. So soll das Start-Chancen-Projekt an der Leonhard-Frank-Oberschule umgesetzt werden. Zudem ist die Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeugs vorgesehen, um die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr dauerhaft sicherzustellen.
Ein erheblicher Teil dieser investiven Maßnahmen muss aus den Rücklagen der Vorjahre finanziert werden, da laufende Überschüsse gar nicht und investive Zuweisungen nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.
Auch freiwillige Leistungen bleiben – trotz der angespannten Haushaltslage – ein wichtiger Bestandteil des Haushaltsplans. So sind unter anderem rund 1,1 Millionen Euro für Kultur, etwa 500.000 Euro für Sportförderung sowie Mittel für Spielplätze, Wirtschafts- und Tourismusförderung vorgesehen. Auch die Richtlinie Familienförderung soll mit einem Volumen von rd. 200.000 Euro jährlich bis 2027 fortgeführt werden. Insgesamt investiert die Stadt rund 2,5 Millionen Euro jährlich in freiwillige Aufgaben.
„Wir können Standards halten, aber nicht weiter ausbauen“, so Trommer. Langfristig bleibe die Stärkung der Steuerkraft ein zentrales Ziel der Stadtentwicklung – durch Zuzug, wirtschaftliches Wachstum und attraktive Rahmenbedingungen für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen.
Abschließend erklärt die Bürgermeisterin: „Der Haushaltsplan ermöglicht es uns, Pflicht- und freiwillige Aufgaben in Einklang zu bringen, bewährte Strukturen zu sichern und begonnene Projekte fortzuführen. Vor allem aber bleibt Coswig mit einem genehmigungsfähigen Haushalt handlungsfähig.“