Teure Schäden für die Stadt
von Alexandra Prüfer
Illegale Graffiti und Schmierereien nehmen im Coswiger Stadtgebiet in besorgniserregendem Ausmaß zu. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche private und insbesondere öffentliche Einrichtungen und Gebäude mit Farbe beschädigt – darunter Mauern, Schulgebäude, Parkbänke, Spiel- und Freizeitanlagen, Sanitäranlagen und zuletzt sogar der Bikepark.
Was manche als vermeintliche Kunst ansehen, ist in diesen Fällen vor allem eines: Sachbeschädigung und damit eine Straftat. Die Folgen tragen letztlich alle Bürgerinnen und Bürger, denn die Kosten für die Beseitigung der Schäden an öffentlichen Einrichtungen müssen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.
Jedes Jahr entsteht allein der Stadt Coswig Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro durch illegale Graffiti. Die Entfernung der Farbe ist aufwendig, kostenintensiv und oftmals nicht ohne Risiko für die betroffenen Materialien. Besonders problematisch sind Schmierereien an historischen Bauwerken, denkmalgeschützten Gebäuden und Natursteinfassaden. So ist beispielsweise die historische Mauer der Karrasburg immer wieder Ziel von Sprayern. Hier können die Verunreinigungen nur durch spezialisierte Fachfirmen mit schonenden Verfahren entfernt werden.
Auch der Bürgerpark wird regelmäßig von Sprayern heimgesucht. Besonders enttäuschend ist, dass sogar die liebevoll von Schülerinnen und Schülern gestalteten Unterführungen (Kötitzer Straße und Auerstraße) immer wieder mit Tags und Schmierereien verunstaltet werden. Damit wird nicht nur öffentliches Eigentum beschädigt, sondern auch das Engagement junger Menschen missachtet.
Ein neuer trauriger Höhepunkt ist die Beschädigung des im letzten Jahr eröffneten Bikeparks. Die Asphaltflächen und Informationstafeln wurden mit Graffiti beschmiert. Gerade dieser Ort wurde geschaffen, um Kindern und Jugendlichen eine attraktive Freizeit- und Sportmöglichkeit zu bieten. Solche sinnlosen Beschädigungen treffen deshalb nicht nur die Stadtverwaltung, sondern vor allem die vielen jungen Nutzerinnen und Nutzer des Bikeparks.
Auch die öffentlichen Sanitäranlagen auf dem Wettinplatz sind bereits zum dritten Mal innerhalb dieses Jahres Ziel von Schmierereien geworden. Um weitere Schäden zu verhindern, sieht sich die Stadt gezwungen, künftig ein Zugangssystem mit Kartenlesern einzuführen. Diese Zugangskontrollen sollen dazu beitragen, Vandalismus und illegale Schmierereien deutlich zu reduzieren. Eine Maßnahme, die ohne die wiederholten Sachbeschädigungen nicht notwendig gewesen wäre.
Die Stadt Coswig appelliert deshalb eindringlich an alle Coswigerinnen und Coswiger:
Schauen Sie nicht weg!
Mit Ihrer Aufmerksamkeit und Ihrer Unterstützung können Graffiti-Sprayer ermittelt und weitere Straftaten verhindert werden. Jeder Hinweis kann wichtig sein.
Da insbesondere unsere Heranwachsenden gern neue Dinge ausprobieren, um sich zu beweisen und Mut zu zeigen - sprechen Sie mit den Kindern und achten auf deren Freizeitbeschäftigung.
Bitte melden Sie verdächtige Beobachtungen, Personen oder Fahrzeuge umgehend der Polizei unter der Telefonnummer 110 oder der Ortspolizeibehörde der Stadt Coswig (Telefon: 03523 66 301, E-Mail: ordnungswesen@stadt.coswig.de). Auch Fotos oder Videos, die zur Aufklärung beitragen können, sind eine wertvolle Hilfe.
Nur gemeinsam können wir unsere Stadt sauber, lebenswert und attraktiv erhalten. Öffentliche Gebäude, Spiel- und Freizeitanlagen sowie historische Bauwerke gehören uns allen. Sie verdienen Respekt, Wertschätzung und einen verantwortungsvollen Umgang.
Jeder Hinweis zählt. Gemeinsam können wir verhindern, dass aus wenigen Sprühdosen hohe Kosten für die Allgemeinheit entstehen.